Ökumene:Dialog der Konfessionen

Der Dialog mit den Konfessionen, Religionen und Weltanschauungen ist im Pastoralkonzept verankert. Die Zusammenarbeit unserer drei Gemeinden mit den beiden evangelischen hat sich bewährt und ist in Partnerschaftsverträgen festgehalten.
Ökumene
Ökumene
Datum:
20. Apr. 2021
Von:
Bonn-Melbtal

Wir stehen im Dialog mit den Konfessionen, Religionen und Weltanschauungen

so steht es als eines der sieben Leitziele in unserem Pastoralkonzept.

Die Trennung der christlichen Kirchen ist ein altes aber im Hinblick auf den derzeitigen Vertrauensverlust ein hochaktuelles Ärgernis. Daher sollte zunächst das Zusammenwachsen der christlichen Kirchen, hier der drei katholischen Gemeinden mit der Lutherkirche und der Auferstehungsgemeinde, ein zentraler Auftrag unserer Arbeit sein.

Ein Anfang ist gemacht mit den Partnerschaftsvereinbarungen zwischen der Katholischen Pfarrgemeinde St. Sebastian und der Evangelischen Luthergemeinde in Bonn vom 19.11.2014 und zwischen den Gemeinden Heilig Geist, Auferstehung und St. Barbara im Jahr 2017.

Bewährte, in den Gemeinden angenommene und teilweise in den Partnerschaftsverträgen festgelegte ökumenische Zusammenarbeit findet während des Jahres an verschiedenen Orten statt, im Einzelnen:

  • Ökumenische Gottesdienste z.B. zur Gebetswoche für die Einheit jeweils im Januar, Gedenken an die Reichspogromnacht im November, Totengedenken, Schulgottesdienste, Teilnahme an der Bonner Nacht der offenen Kirchen und vierteljährliche Taizégebete in den drei katholischen und zwei evangelischen Gemeinden.
  • außergottesdienstliche Gemeindeaktivitäten z.B. ökumenischer Arbeitskreis in St. Sebastian und Luthergemeinde, ökumenische Projektarbeit auf dem Venusberg, Kinderbibeltag, ökumenischer Bibeltag, Seniorencafé und Babysitterdienst in Ippendorf und auf dem Venusberg. Ökumenisches Gemeindefrühstück in der Auferstehungsgemeinde. Seniorentreff in „Maria Einsiedeln“.
  • jährlich wiederkehrende Veranstaltungen z.B. Fest an der Apfelallee und ökumenischer Neujahrsempfang in Heilig Geist und Auferstehungsgemeinde, Friedensdekade in der Lutherkirche, Silvester-Turmblasen in Poppelsdorf, ökumenischer Weltgebetstag der Frauen, Martinszüge in den drei Gemeinden, Sommerorgelkonzerte in St. Sebastian und Lutherkirche.

Um diese ökumenischen Aktivitäten stärker im Bewusstsein der Pfarreiengemeinschaft zu verankern und wirkliche Ökumene zu leben, sollte - wie der Dialogprozess „Mut zum Handeln“ (2012) des Diözesanrats der Katholiken im Erzbistum Köln fordert – nicht nur punktuell gearbeitet werden, sondern prinzipiell weitergehend z.B. dass konfessionsverbundenen Ehepaaren die gemeinsame Teilnahme am sakramentalen Leben der Kirchen ermöglicht wird (Broschüre „Mut zum Handeln“, Abschnitt 24).

Was den Dialog mit den Religionen angeht, ist eine Äußerung des emeritierten Kurienkardinals Kaspars in Köln 2019 Mut machend und beispielgebend: "Kirche hat, wenn sie eine Zukunft hat – und sie hat eine Zukunft –, nur ökumenisch eine Zukunft": Walter Kasper sieht den interreligiösen Dialog als essenziell für die Kirche an.

Die Aufnahme zahlreicher Flüchtlinge im Gebiet der Pfarreiengemeinschaft hat den Focus auf die Begegnung mit Menschen aus der Welt des Islam gelegt. Konkrete Hilfe vor Ort wird seitdem erfolgreich im Rahmen der ökumenischen Flüchtlingshilfe geleistet. Aber darüber hinaus hat es in der akuten Phase 2016 mehrere interreligiöse Gebete an verschiedenen Orten der Pfarreiengemeinschaft gegeben. Muslimische Gläubige konnten die Schönheit christlicher Kirchenlieder und Gebete und Christen die Großartigkeit einer Koranrezitation erspüren und erfahren.

Regelmäßige Veranstaltungen für Christen und Muslime im Pfarrheim St. Barbara und das private Engagement vieler Ehrenamtlicher in der Alltagshilfe, beim Deutschlernen, in Schule, Ausbildung und Beruf und in der Freizeit sind weitere Schritte zur gegenseitigen Wertschätzung und zu mehr Wissen voneinander als Basis für eine gute Zusammenarbeit von Christen und Muslimen.

Die Jünger von Emmaus waren wie mit Blindheit geschlagen angesichts der scheinbar aussichtslosen Situation nach Jesu Tod bis sie Jesus beim Brotbrechen erkannten (Lk 24,16.30ff.).  Die ernsthafte Umsetzung der Partnerschaftsvereinbarung und eine Ausweitung der ökumenischen Arbeit wären weitere wichtige Schritte, beim gemeinsamen Brotbrechen auch uns die Augen zu öffnen.